Forum
Diskussion

Das FORUM KRITIK bietet
regelmäßig alle 4 Wochen mittwochs einen öffentlichen Diskussionskreis
zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Themen an und solchen, die gewünscht werden.

Zeit: 4-wöchig mittwochs, 19.30 Uhr
Ort: Gaststätte Walhalla
(1. Stock, Tagungsraum)
Am Holzhof 1
93059 Regensburg
Veranstalter: FORUM KRITIK
8.05.2019
19.30 Uhr
Die Wohnungsfrage im Kapitalismus
"Die soziale Ungleichheit der Wohn- und Lebensverhältnisse ist kein Naturgesetz", so steht es auf Plakaten, die zu Demonstrationen gegen den "Mietwahnsinn" aufrufen. Zweifellos. Sie ist kein natürliches, sondern ein ökonomisches Gesetz. Das gilt, weil und so lange im Lande marktwirtschaftlich gerechnet und produziert und eben auch gebaut und gewohnt wird.
Man kann – gegen die eigene Erfahrungen – dagegen einwenden, dass Wohnen keine Ware, sondern ein Menschenrecht sei, also nicht nach den üblichen Kriterien der Gewinnproduktion und -maximierung abgewickelt werden dürfe. Man kann – wie die Kampagne „Deutsche Wohnen & Co enteignen!“ – auf eine Entmachtung der Konzerne durch Übernahme in Staatseigentum setzen und sich davon bezahlbares Wohnen für Normalverdiener erhoffen.
Man kann aber auch versuchen, wenn einen schon die Unterordnung auch dieses Grundbedürfnisses unter die Logik kapitalistischer Geldvermehrung stört, sich ein wenig Klarheit über dieses Gewerbe zu verschaffen:
- Warum ist das Geschäft mit Grundstücken und Wohnraum ein Grundpfeiler jedes ordentlichen nationalen Wirtschafts-Standorts, der den "Mietenwahnsinn" als schönen Beitrag zum Wachstum verbucht?
- Warum eignet sich gerade die Immobilienbranche dazu, mit dem, was vielen als "Wucher" gilt, ihre Kassen prächtig zu füllen?
- Nach welchen Grundsätzen verfährt ein Staat, der das Eigentum, insbesondere das an Boden und allem, was darauf gebaut wird, ins Recht setzt und die Nachfrager in Sachen Wohnen den Erpressungen der Anbieter damit aussetzt?
- Was ist Sinn und Zweck "sozialer Wohnungspolitik", die die geschäftstüchtige Ausnutzung eines unabweisbaren Bedarfs an Wohnraum durch Grund- und Wohnungseigentümer nicht unterbindet, sondern voraussetzt und begleitet?
Erkenntnisse dieser Art ersparen zwar niemandem die nächste Monatsmiete oder Mieterhöhung. Aber fürs erste wenigstens die Illusion, ein marktwirtschaftlich funktionierender Standort sei ohne immer steigende Mieten, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit zu haben.
Lesetip: GegenStandpunkt 2-2014: Wohnungsnot und Mietpreisexplosion: Das Grundeigentum und der Wohnungsmarkt.
Vortrag und Diskussion
"Fridays for Future"
Ein paar kritische Fragen an Greta Thunberg und ihre Follower
Veranstalter: FORUM KRITIK
Dienstag, 26. März 2019
19.30 Uhr

Leerer Beutel
(Konferenzsaal)
Bertoldstr. 8
Regensburg

Die Klimakatastrophe zerstört die Zukunft der Menschheit, die mit der Produktion von Treibhausgasen unbeeindruckt fortfährt. Politiker haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht und sehen tatenlos zu. So argumentiert ihr, liebe Leute. Aber stimmt das?

  • Gibt es ein Kollektivsubjekt namens Menschheit überhaupt, das gleichermaßen geschädigt wird? Dürre oder Überschwemmungen ruinieren in einigen Weltgegenden die Bauern; manche Investoren betreiben bald Rohstoffabbau oder Weinanbau, wo vorher der Permafrost herrschte.
  • Ist es wirklich die Menschheit, die den Klimawandel verursacht? Konzernlenker legen den Ausstoß von Abgas und Feinstaub fest, den ihre Autos oder Kraftwerke an die Umwelt abgeben. Der Verbraucher, der Auto oder Heizung nutzt, hat über den Dreck nicht zu bestimmen, er muss ihn schlucken.
  • Klauen die Erwachsenen der Jugend ihre Zukunft, wie ihr skandiert? Dass Erwachsene in den Positionen sitzen, in denen über die Umstände des Produzierens wie Konsumierens in dieser Gesellschaft entschieden wird, heißt doch nicht, dass ihr Erwachsensein der Grund für diese Entscheidungen ist. Der wird schon in der Sache liegen, die sie verwalten.
  • Waren Politiker wirklich untätig und haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, wie ihr meint? Jedes Umweltgift und Treibhausgas lässt die Politik messen und mit Grenzwerten versehen, damit das Wachstum des Kapitals dauerhaft funktioniert. Das ist die politische Tätigkeit, auf deren Grundlage dieses Wachstum die fortschreitende Ruinierung der Umwelt produziert, über die ihr euch zurecht empört.

Eure Rede von der Menschheit, die Betroffener wie Verursacher zugleich sein soll, unterscheidet gar nicht mehr zwischen Tätern und Opfern. Und was ist, wenn die Politik gar nicht für die guten Werke zuständig ist, an die ihr sie mit euren Hausaufgaben meint erinnern zu müssen? Was ist, wenn Klimapolitik nur der schöne Titel für eine nationale Energiepolitik ist, die der eigenen Nation in Konkurrenz zu anderen Ländern geschäftliche und strategische Vorteile bringen soll? Über diese und andere Fragen wollen wir mit euch diskutieren

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Toleranz und Meinungsfreiheit
Was sie leisten und warum sie nichts taugen