Vortrag und Diskussion 2019

Die Klimakatastrophe zerstört die Zukunft der Menschheit, die mit der Produktion von Treibhausgasen unbeeindruckt fortfährt. Politiker haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht und sehen tatenlos zu. So argumentiert ihr, liebe Leute. Aber stimmt das?

  • Gibt es ein Kollektivsubjekt namens Menschheit überhaupt, das gleichermaßen geschädigt wird? Dürre oder Überschwemmungen ruinieren in einigen Weltgegenden die Bauern; manche Investoren betreiben bald Rohstoffabbau oder Weinanbau, wo vorher der Permafrost herrschte.
  • Ist es wirklich die Menschheit, die den Klimawandel verursacht? Konzernlenker legen den Ausstoß von Abgas und Feinstaub fest, den ihre Autos oder Kraftwerke an die Umwelt abgeben. Der Verbraucher, der Auto oder Heizung nutzt, hat über den Dreck nicht zu bestimmen, er muss ihn schlucken.
  • Klauen die Erwachsenen der Jugend ihre Zukunft, wie ihr skandiert? Dass Erwachsene in den Positionen sitzen, in denen über die Umstände des Produzierens wie Konsumierens in dieser Gesellschaft entschieden wird, heißt doch nicht, dass ihr Erwachsensein der Grund für diese Entscheidungen ist. Der wird schon in der Sache liegen, die sie verwalten.
  • Waren Politiker wirklich untätig und haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, wie ihr meint? Jedes Umweltgift und Treibhausgas lässt die Politik messen und mit Grenzwerten versehen, damit das Wachstum des Kapitals dauerhaft funktioniert. Das ist die politische Tätigkeit, auf deren Grundlage dieses Wachstum die fortschreitende Ruinierung der Umwelt produziert, über die ihr euch zurecht empört.

Eure Rede von der Menschheit, die Betroffener wie Verursacher zugleich sein soll, unterscheidet gar nicht mehr zwischen Tätern und Opfern. Und was ist, wenn die Politik gar nicht für die guten Werke zuständig ist, an die ihr sie mit euren Hausaufgaben meint erinnern zu müssen? Was ist, wenn Klimapolitik nur der schöne Titel für eine nationale Energiepolitik ist, die der eigenen Nation in Konkurrenz zu anderen Ländern geschäftliche und strategische Vorteile bringen soll? Über diese und andere Fragen wollen wir mit euch diskutieren.

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

Toleranz und Meinungsfreiheit
Was sie leisten und warum sie nichts taugen

Tolerieren ist lateinisch und heißt erdulden. Die Tugend, auszuhalten und gelten zu lassen, was man nicht leiden kann, ist ein Grundwert der Demokratie. Widerstreitende Auffassungen, vorliegende Gegensätze, vermeintliche wie wirkliche, einmal zu prüfen und falls möglich auszuräumen, das kommt nicht in Frage. Man soll sie ertragen und Toleranz üben, weil andernfalls Intoleranz und Streit herrschen würden. Hader und Zwietracht sind darüber gar nicht ausgestorben. Im Gegenteil, sie kommen sogar im Namen der Toleranz auf. Die kennt nämlich Grenzen, und gegenüber Kritikern der Toleranz darf diese Tugend auf keinen Fall geübt werden.

Dabei ist der Wert Toleranz im Zeichen des Vormarsches rechter Parteien gar nicht mehr unumstritten. Während seine Anhänger das Aushalten und Gewährenlassen für die Voraussetzung gesellschaftlicher Harmonie und freier Selbstbestimmung halten, sehen rechte Kritiker darin das Ende aller Werte und verbindlichen Sitten, die ein Volk zusammenhalten und die sich mit fremden Gebräuchen und Ansichten im Land überhaupt nicht vertragen.

Recht haben beide Seiten nicht. Was Toleranz und Meinungsfreiheit leisten und warum sie nichts taugen, will der Vortrag erläutern.

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